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BioWerk gibt Gas
Am 24. April 2006 ging Hamburgs erste Biogasanlage in Betrieb, die zugleich eine der größten und modernsten Biogasanlagen Norddeutschlands ist. Die Zwei-Megawatt-Anlage direkt neben der SRH-Müllverbrennungsanlage Stellinger Moor erzeugt pro Stunde rund 330 Kubikmeter Biogas, das im angeschlossenen Blockheizkraftwerk (BHKW) in elektrischen Strom und Fernwärme umgewandelt wird. Die durch bakterielle Abbauprozesse von Biomasse klimaneutral erzeugte Energie reicht aus, um den Energiebedarf von rund 2.500 Hamburger Haushalten zu decken. Die von der Biogasanlage erzeugte Fernwärme versorgt auch das Hamburger FIFA WM-Stadion mit Wärme (von der Rasenheizung bis zum Duschwasser der WM-Stars), die auch für die Kälteerzeugung in den Klimaanlagen genutzt wird. Für diesen Hamburger Beitrag zu einer klimaneutralen FIFA WM 2006 im Rahmen des Umweltprogramms Green Goal™ wurden die Freie und Hansestadt Hamburg und die BioWerk Hamburg GmbH Co. KG. am 24. April 2006 von der FIFA ausgezeichnet.
In seiner Eröffnungsrede sagte Senator Dr. Michael Freytag: "Hamburg ist Vorreiter für modernste Umwelttechnik und die Stadtreinigung dabei Vorzeigepartner. Über die FIFA bekommen wir dafür verdiente internationale Anerkennung. Die WM in Hamburg wird auch ökologisch Maßstäbe setzen."
SRH-Geschäftsführer Dr. Rüdiger Siechau wies darauf hin, dass die Biogasanlage für die Stadtreinigung Hamburg (SRH) nur eine von mehreren Maßnahmen zur umweltfreundlichen und klimaneutralen Energieerzeugung ist: "Klimaneutrale Energieerzeugung ist ein Doppelpass mit der Umwelt. Nach Windkraft, Solarenergie und Deponiegas gibt die Stadtreinigung Hamburg jetzt erst richtig (Bio)Gas. Damit steht’s bei der SRH 4:0 für den Klimaschutz."
Betreiberin der neuen Biogasanlage ist die BioWerk Hamburg GmbH & Co. KG, gegründet als eine öffentlich-private Partnerschaft (ÖPP-Modell). an der die Stadtreinigung Hamburg Beteiligungsgesellschaft SRHB (47,5%), die BioCycling GmbH, Hamburg (47,5%) sowie die ETH Umwelttechnik Hamburg (5%) beteiligt sind.
In der neuen Anlage werden organische Abfälle unter Zugabe von Wasser bei 38 Grad Celsius zu Biogas mit einem Methangehalt von 65 Prozent vergoren. Anschließend entstehen aus dem Gas im angeschlossenen Blockheizkraftwerk Strom und Fernwärme.
Besonders fortschrittlich ist die Vorbehandlungsstufe der Anlage. Mit ihr können selbst verpackte Abfälle, beispielsweise Lebensmittel in Dosen mit abgelaufenem Verfallsdatum, aufbereitet werden. "So kann die neue Anlage auch Abfälle nutzen, die größtenteils in anderen Biogasanlagen nicht verarbeitet werden können", beschrieibt BioWerk-Geschäftsführer Jörn Franck die Vorteile, "und der Restabfall der Biogasanlage wird in der MVA Stellinger Moor sofort thermisch verwertet." Speiseabfälle als "Futter" für die neue Biogasanlage gibt es genug. Seit dem 1. November 2006 greift das EU-weite Verfütterungsverbot für Speiseabfälle eine neue Quelle, die etwa die Hälfe der jährlich 20.000 Tonnen Bioabfälle ausmacht, die in der Anlage zu Strom und Wärme verarbeitet werden. Im Ergebnis werden 6,7 Millionen Kilowattstunden Strom und 7 Millionen Kilowattstunden Wärme erzeugt. Das bedeutet eine Steigerung um 15 Prozent gegenüber der bereits heute von der MVA Stellinger Moor in das Strom- und Fernwärmenetz eingespeisten Energie.
Zur eigenen Homepage von BioWerk kommen sie hier.
Zeitrafferfilm
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